Eigentlich war zuerst das Bild da. Besser gesagt: die Spinne war zuerst da. Denn als ich das Foto machte, war sie nicht mehr da. Sie hat mir aber ein Netz hinterlassen, das im Dunst der herbstlichen Nebel auf mich eine besondere Faszination ausübte. Im Sommer bringt mich kein Spinnennetz zum ekstatischen Ausflippen. Da hängt es halt einfach so rum. Basta!
Aber im Herbstnebel, wenn die Tropfen für kurze Zeit im Netz hängen bleiben, wie auf der Perlenkette einer Ausnahme-Schmuckdesignerin, dann……
ja dann ist das eine ganz andere Sache!
Passend dazu fand ich:
Wilhelm Busch’s “Im Herbst”
Der schöne Sommer ging von hinnen,
Der Herbst, der reiche, zog ins Land.
Nun weben all die guten Spinnen
So manches feine Festgewand.
Sie weben zu des Tages Feier
Mit kunstgeübtem Hinterbein
Ganz allerliebste Elfenschleier
Als Schmuck für Wiese, Flur und Hain.
Ja, tausend Silberfäden geben
Dem Winde sie zum leichten Spiel,
Die ziehen sanft dahin und schweben
Ans unbewußt bestimmte Ziel.
Sie ziehen in das Wunderländchen,
Wo Liebe scheu im Anbeginn,
Und leis’ verknüpft ein zartes Bändchen
Den Schäfer mit der Schäferin.
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